Verkehrstechnik

Die verkehrlichen Auswirkungen dieses E-Ultraleichtfahrzeuges auf das Mobilitätsverhalten werden von der Hochschule für Technik betrachtet. Wesentliche Fragestellungen sind hierbei: Zum einen, ob das neue Verkehrsmittel E-Roller angenommen und genutzt wird und dadurch die „PKW Kilometer“ reduziert werden und zum anderen, ob dieses neue Verkehrsmittel negative Auswirkungen auf die Fußgängerverkehre hat, mit denen es sich (Fußgänger-)Verkehrsflächen teilt.

Bild E-RollerDer E-Roller ist auf der Basis einer technischen Unbedenklichkeitsbescheinigung des TÜV Süd mit einer Sondererlaubnis durch die Verkehrsbehörden Städte Stuttgart und Esslingen (begrenzt bis zum 31.12.2017) zur Nutzung auf Fußgängerverkehrsflächen dieser beiden Kommunen zugelassen.

Im Rahmen des Forschungsvorhabens werden zwei Flottenversuche im realen Verkehrsumfeld durchgeführt. Der erste Flottenversuch dient hierbei als Pretest um die Funktionalität und Belastbarkeit des Versuchslayouts und der Fahrzeugtechnik nachzuweisen. Erweitert um die Erkenntnisse aus diesem Pretest wird ein zweiter Flottenversuch zur Ermittlung eines möglichst großen Datenkollektivs zur Nutzung bei der Beantwortung der Forschungsfragen durchgeführt.

 

Pretest (IV. Quartal 2016)
Für den Pretest standen 12 elektrifizierte sowie 12 unelektrifizierte Roller, bereitgestellt von der Fa. Hodura, zur Verfügung. Um anhand der zurückgelegten Wege beurteilen zu können, ob der E-Roller oder der unelektrifizierte Roller als zusätzliches/alternatives Verkehrsmittel genutzt wird ein Vergleichswert ohne E-Roller/Roller benötig. Zudem sollte z.B. betrachtet werden, welche Rolle das Wetter auf die Nutzung/Nichtnutzung der Rollerspielt. Um mögliche Einflüsse auf die Ergebnisse möglichst umfassend erfassen zu können wurden z.B. schon im Versuchsdesigns zwei Probandengruppen vorgesehen. Jeder Teilnehmer einer Gruppe musste über vier Wochen ein Wegetagebuch ausfüllen, wodurch sich ein recht komplexer Versuchsaufbau und eine zeitschiene von vier Wochen für die Durchführung des Pretests ergaben (vgl. Abbildung 1)

 

Aus organisatorischen Gründen sollten am Pretest zunächst ausschließlich Hochschulangehörige der Hochschule für Technik teilnehmen, wodurch die Versuchsgruppe überwiegend aus Studenten bestand. Diese nutzen überwiegend den öffentlichen Nahverkehr, womit wenig Potential zur Verlagerung auf eben diesen zu erwarten war.

Aus dem Pretest ging – wie zu erwarten war – hervor, dass sich die „PKW-Kilometer“ innerhalb der einzelnen Wegeketten nur unerheblich reduziert haben, was dem voran genannten Umstand geschuldet sein könnte.

 

Flottenversuch (II. Quartal 2017)
Durch die Hochschule Esslingen wurden 12 weitere elektrifizierte Roller ausgestattet und an die Hochschule für Technik Stuttgart übergeben. Der Flottenversuch, welcher am 24.04.2017 gestartet ist, läuft ebenso über vier Wochen. Das Versuchsdesign ist angelehnt an den Pretest. Durch die Erweiterung des Probandenfeldes durch „nicht Studierende“  konnte die Anzahl PKW-affiner Nutzer im Versuchsdesign erhöht werden. Auch während des zweiten Flottenversuches werden die E-Roller sowie unelektrifizierten Roller als Verkehrsmittel eingesetzt.
Zudem wurden den Probanden für den zurzeit laufenden Flottenversuch weitere Optionen angeboten, deren Nutzung freiwillig zugestimmt werden konnte. Durch das Frauhofer IAO Anwendungszentrum KEIM in Esslingen wurde für das Forschungsvorhaben eine App weiterentwickelt, welche – ähnliche wie das Wegetagebuch in Papierform – die Funktion bietet, alltäglich zurückgelegte Wege aufzuzeichnen. Die Präsentation zur App finden Sie unter: Infos_TrottiElec-App und die App steht hier zum Download bereit: TrottiElec-App (nur für Android). Eine weitere Option ist die Nutzung einer ActionCam, welche am E-Roller befestigt wird. Diese dient zur Aufzeichnung der Verkehrssituationen. Die weitere Option ist die Nutzung eines GPS Trackers, welcher die Geschwindigkeit während der Nutzung aufzeichnet.

Weitere Informationen zum Flottenversuch finden Sie unter Aktuelles.

Fahrzeugtechnik

Ziel der Hochschule Esslingen war es einen möglichst handlichen und leichten E-Roller zu entwickeln, den ein Pendler ohne Probleme im öffentlichen Nahverkehr transportieren kann. Grundlage der Entwicklung sind Faltroller der Firma Hudora, welche durch diese bereitgestellt wurden.

KontrollereinheitDer Roller wird mit einer speziell auf ihn angepassten Schiene versehen, welche die Traktionsakkumulatoren und die elektronischen Komponenten, die für die Regelung benötigt werden, enthält. Die Regelung erfolgt mit Hilfe eines Mikrocontrollers und einer hierfür programmierten Software. Der Motor ist am Vorderrad des Rollers montiert, um den Fahrer beim Antreten des Rollers nicht zu stören. Er ist über ein einstufiges Getriebe fest mit dem Vorderrad des Rollers verbunden.

Ein Alleinstellungsmerkmal des entwickelten Rollers ist die zeitbeschränkte, gesetzliche Zulassung des Rollers für die Städte Stuttgart und Esslingen. Um diese zu erreichen wurde die Maximalgeschwindigkeit des Rollers auf 6 km/h begrenzt und weitere sicherheitstechnische Maßnahmen, wie z.B. Reflektoren und Beleuchtung angebracht.

Aktuelles

Forschungsvorhaben abgeschlossen

Das Forschungsvorhaben „TrottiElec – E-Ultraleichtfahrzeuge als Schlüsselelement geschlossener Wegeketten“ konnte im März 2018 abgeschlossen werden. Nach 27 Monaten Forschung wurde das Forschungsvorhaben beendet und legt für weitere Entwicklungen auf diesem …

Fußgängerbefragung in der Königsstraße Stuttgart

Mitte September wurde in der Königsstraße in Stuttgart eine Umfrage zum Thema Fußgängerverträglichkeit der Trottis durchgeführt. Es wurde beispielsweiße abgefragt, welche Aspekte für ein Verkehrsmittel wie dem TrottiElec relevant sind …

2. Flottenversuch beendet

Nach vier Wochen konnte am 21. Mai der zweite Flottenversuch erfolgreich beendet werden. Über die vier Wochen hatten 30 Probanden ihre täglichen Wege in einem Wegetagebuch festgehalten und die elektrischen …

2. Flottenversuch

2. Flottenversuch gestartet

Der Flottenversuch geht in die 2. Runde! Ausgestattet mit frisch überholten und zudem 12 neuen TrottiElecs startet der zweite Flottenversuch am 24. April 2017. Mit 30 Teilnehmern werden im Stadtgebiet …

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